#ausgegraben

Klar, es erscheint heutzutage täglich so viel spannende Musik, dass ein Blog gar nicht hinterherkommen kann. Wieso also über die Vergangenheit reden? Weil es manchmal eben auch etwas ältere Songs gibt, die mal wieder ausgepackt und vorgestellt gehören. Hier findet ihr eine kleine (definitiv lückenhafte) Übersicht der All-Time-Favorites von that new music blog – wird unregelmäßig aktualisiert.

Biffy Clyro – Folding stars

Wenige Bands haben eine Entwicklung durchgemacht wie die Jungs von Biffy Clyro. Von schroffen Post-Hardcore-Kauzen, die in den meisten ihrer Songs mehr schreien als singen, sind die Schotten über die Jahre zu einer Pop-Rock-Maschine mutiert, die am ehesten im Stadion gehört werden darf. Auch wenn sich über diese Evolution jeder selbst seine Meinung bilden darf – am überzeugendsten waren Biffy Clyro in der Mitte dieser Transformation. Das düstere und doch einigermaßen zugängige Album „Puzzle“ ist durch und durch geprägt vom Tod der Mutter von Lead-Sänger Simon. Über die Platte hinweg leistet der bärtige Kerl persönliche Aufarbeitungsarbeit – vom monumentalen Opener „Living is a problem because everything dies“ bis zum viel zitierten und zurecht vergöttertem Gänsehaut-Finale „Machines“. Doch auch zwischen diesen offensichtlichen Highlights bieten Biffy Clyro feine Kost. Auch musikalisch inmitten der beiden genannten Tracks befindet sich das tolle Mid-Tempo-Stück „Folding stars“, welches ein Mal mehr mit traurigen Lyrics daherkommt. „I would do anything for another minute with you“ singt Simon und weist leidvoll darauf hin, dass es ja auch nicht alles leichter wird. Wird es auch nicht. Die fantastische Stimmung und Harmonie machen aber zumindest einen guten Anfang.

Silversun Pickups – Busy bees

Ein Paradebeispiel von funktionierenden, elektronischen Einflüssen bei einer Rockband. Während Silversun Pickups auf ihren ersten beiden Alben ihrem Gitarren-Bass-Schlagzeug-Gedrühne nur vereinzelt andere Instrumente wie Geigen oder Synth-Pads untermischten, öffnet sich das amerikanische Trio auf ihrer dritten Scheibe „Neck of the woods“ leicht elektronischen Beats. Ganz dezent ziehen diese in „Busy bees“ beispielsweise zu Beginn voran, ehe eine stimmungsvolle Stand-Tom Gitarre und Bass ergänzt. Spätestens, wenn dann der furiose Ausbruch kommt – der beim zweiten Mal übrigens noch mehr reinhaut – hat der leise Beat nichts mehr zu melden. Dafür gibt es episches Gitarren-Geschrubbel, feine Schlagzeug-Becken und am Ende ballernde Snare-Drums. Starke Dynamik!

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