Las Aves (Band)

Gut getroffen:

Mitglieder:

Auch wenn die Musik an sich nach mehr klingt: Las Aves sind genau zu dritt. Und musizieren auch schon länger zusammen. Bevor es mit Las Aves losging, machten sie sich als The Dodoz in Frankreichs Gitarrenkreisen ihren Namen.

Musikstil – das sagt die Band:

Art Pop / Future Wave

So klingen Las Aves eigentlich:

Tatsächlich trifft es futuristischer Pop ganz gut. Zumindest klingen die Franzosen so wie Pop im Jahr 2017 klingen sollte. Trotzdem bedienen sich Las Aves naturgemäß an musikalischen Einflüssen: „N.E.M.“ hat einen großen M.I.A.-Einfluss und auch die französischen Kollegen von The Dø lassen bei Tracks wie „Heartbeats“ grüßen.

Hauptzielgruppe:

Junge Menschen, die sich gerne ein wenig freakig anziehen, stilbewusst leben, gerne tanzen gehen, Lady Gaga nicht cool genug finden und trotzdem zeitgenössischen Pop lieben.

Das sagen die Zyniker:

Vollkommen überproduziert und viel zu digital. Wo sind denn da die echten Instrumente?

Aktuelles Werk:

Ihr ziemlich souveränes Debüt „Die in Shanghai“, auf dem das Trio WIRKLICH einen Hit den anderen folgen lässt. Das kurze, fetzige „First aid blanket“, das unglaublich melodiöse „Perfect mess“ mit seiner direkt folgenden Reprise oder das positiv stressige „Lioness“. Ich sag’s hier nochmal klar und deutlich: lange nicht mehr ein Debüt mit einer solchen Hit-Dichte entdeckt. Live sieht’s auch ziemlich spaßig aus.

Zentraler Song:

Den Dosenöffner für’s Album bietet das furiose „Leo“, das in radiotauglichen 3:30 Minuten mal kurz das ganze Repertoire von Las Aves abklappert. Ein catchy Beat zum Auftakt, einen Mini-Drop als Überraschung und ein sich in höchste Höhen schraubender Refrain, der vor Synthies nur so brutzelt. Bäm. Hallo Welt. Wir sind ziemlich geil!

Gut gesagt:

„Wir schwimmen nicht im Geld, aber das ist sowieso nicht das Ziel der Kultur.“ 
Auf die Frage, wie sie die Unterstützung für aufstrebende Künstler in Frankreich empfinden.

Fun-Fact:

Zu drei Tracks des Albums hat die Band eine schöne Video-Trilogie gefilmt, die zeigt, auf welche verschiedenen Arten drei Frauen auf drei Kontinenten ihr Leben gestalten. Für „Leo“ ging’s nach LA, für „N.E.M.“ nach London und für „Die in Shanghai“ – natürlich – nach Shanghai. Sehr sehenswert (sind alle verlinkt).

Passend zu:

Zum spontanen Abhotten in der Küche, zur Einstimmung aufs Wochenende oder um auf der WG-Party ein bisschen Feuer reinzubringen (es sei denn, die Leute erwarten Trash aus den 90ern).

Drei Fragen an Las Aves

1) Was hat euch dazu gebracht mit Las Aves diesen Musikstil auszuwählen, nachdem ihr euch als The Dodoz aufgelöst habt?

Den Stil haben wir uns eigentlich gar nicht ausgesucht. Vorher zu definieren, was wir genau machen wollen, ist genau das, was wir versuchen zu vermeiden. Wir lassen uns eher von Unfällen und Experimenten leiten… Ketten von glücklichen Zufällen und Treffen haben dazu geführt, dass wir mit Las Aves diese Musik machen. Und die Musik von Las Aves wird sich weiterentwickeln. Wir wissen aber überhaupt nicht wohin und genau das ist das Aufregende. Wir sind gespannt, wo es uns hinführt.

2) Wie ist euch die Idee der Video-Trilogie um „Leo“, „N.E.M.“ und „Die in shanghai“ gekommen?

Wir wollten etwas kreieren, das größer als ein einziges Video ist. Sonst ist ein Video ja eigentlich eine reine Promo-Sache, die auf YouTube einen Tag lang wichtig ist. Die Frage des Geschlechts interessiert uns generell, weil wir eine Band mit zwei Männern und einer Frau sind. Wir präsentieren uns immer wie eine Gang – auf der Bühne in einer Uniform. Diese Video-Trilogie ist aber unsere Art ein Frauenbild zu unterstützen, das uns wichtig ist: Eine Vision, geprägt von Freiheit, Stärke und auch Bescheidenheit. Es war extrem interessant diese Frauengruppen auf der ganzen Welt zu suchen, sie anzufragen und von unserer Idee zu überzeugen. Diese Videos sind mehr für uns als einfach nur Videos. Sie sind eine ganze Erfahrung, die für uns sehr wichtig war.

3) Die meisten Konzerte spielt ihr derzeit in Frankreich. Was gefällt euch am französischen Publikum im Gegensatz zu anderen Ländern?

Es fällt uns schwer das Publikum in verschiedenen Ländern zu vergleichen. Wir denken eher, dass der Effekt von Musik nicht von Grenzen oder Sprachen, sondern vom Moment, dem Licht und dem Ton abhängig ist. Wir lieben es in Frankreich zu spielen, weil es hier wirklich Leute gibt, die unsere Fans sind und die uns in einem Jahr drei Mal in verschiedenen Städten sehen würden. Aber wir lieben es auch außerhalb Frankreich, wo uns weniger Leute kennen, zu spielen. Beides ist unterschiedlich und sehr bereichernd.

Bock auf den zeitgenössischen Pop der Franzosen bekommen? Der geniale Album-Opener „Leo“ ist im aktuellen that new music mix zu finden.

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