Plastic Tones (Band)

Plastikmusik ist bei Plastic Tones aber mal so gar nicht angesagt. Von Produktion, Songwriting bis zum Artwork ihres ersten Albums “Wash me with love” könnte alles aus einem vergangenen Jahrzehnt kommen. Und gerade das macht die Band aus Helsinki ziemlich genial.

Gut getroffen:

Mitglieder:

Trotz ihrer vergleichbar simplen Musik treten Plastic Tones zu fünft auf. Allen voran die quirlig singende Frontfrau Rota, die von gleich zwei Gitarren vehement unterstützt wird. Mit Bass und Drums obendrauf ist die Band aus Helsinki komplett und verzichtet auch auf jegliche darüber hinaus gehende Klänge. In den zehn Songs ihres Debütalbums konnte kein einziger Synthesizer gesichtet werden.

Musikstil – das sagt die Band:

DIY-POWERPOP sagen die Finnen auf all ihren Plattformen – simpel, aber effektiv

So klingen Plastic Tones eigentlich:

Mit ihrer eigenen Beschreibung trifft das Quintett den Popnagel auf den DIY-Kopf. Plastic Tones kommen wahnsinnig poppig dahergetänzelt, versehen ihre schnuckeligen Stückchen aber mit ordentlich Fuzz-Gitarren und lassen diese dadurch frech erscheinen. Zurecht werden da häufig frühe Blondie-Alben als Referenz genommen. Aus der heutigen Zeit stehen Plastic Tones auch dem Riot-Girl-Garagen-Pop von Gurr nahe.

Hauptzielgruppe:

Liebhaber göttlich einfacher Melodien, die ihren Pop-Appeal aber gerne hinter verzerrten Gitarren verstecken. Die Tracks von “Wash me with love” können ab dem zweiten Mal nicht nur mitgesummt, sondern dank der charmant einfachen Texte auch gleich mitgesungen werden. Wer Plastic Tones hört, wird so schnell kein böses Wort mehr über Pop verlieren.

Das sagen die Zyniker:

Noch eine Debbie-Harry-Verarsche aus Skandinavien?

Aktuelles Werk:

Beim ersten Album haben Plastic Tones bei der Zusammenstellung zwar etwas geschummelt, ein ernsthafter Wermutstropfen ist das aber nicht. Einzig die ersten fünf Tracks von “Wash me with love” sind wirklich neu – die zweite Hälfte wird mit “Bonus Tracks” gelabelt und stammt von der davor veröffentlichten EP. Insgesamt bereiten aber alle zehn Songs überschwängliche Freude. Der Mini-Kracher “Don’t forget” eröffnet die Platte erfolgreich und lässt gleich hektische Hits wie “Ariel” und “Shanghai” folgen. In der EP-Hälfte wird es etwas abwechslungsreicher, aber nicht weniger stringent. “Boring party” knallt mit einem gar nicht langweiligen Gitarrensolo aus den Boxen und das längere “Candy march” überzeugt mit verschiedenen Songteilen.

Zentraler Song:

Als Über-Ohrwurm sticht “Blue Citroen” heraus, welches sich im Anschluss an ein gemächliches Gitarren-Intro zu einem genialen Popsong entwickelt. In der Strophe grooven Roto und ihre Kollegen mit angezogener Handbremse voran, ehe der Refrain eine Explosion der Catchyness darstellt.

Gut gesagt:

“Eating french fries, out in the night time, I’m waiting for you” Die wunderbare Eröffnungszeile von “Blue Citroen” fasst die Jugendlichkeit des Albums wunderbar zusammen.

Fun-Fact:

Offensichtlich scheinen Plastic Tones und ihr Power-Pop insbesondere Metal-Hörer zu begeistern. Zu der kleinen Band haben gleich zwei Blogs (Bloodrockmedia und Silence-Magazin), die sich gewöhnlich härteren Tönen widmen Artikel geschrieben und ihre Liebe bekundet.

Passend zu:

Nicht nur zum Pommes-Essen in der Nacht eignen sich Plastic Tones. Auch für jegliche andere Yolo-Aktion, die einen an Kindheits- oder Jugendtage erinnert, kann man genüsslich die Finnen als Soundtrack auswählen. Ihr wollt locker-leichte Stimmung? Hier bekommt ihr sie!

Drei Fragen an Plastic Tones

1) I tried to interpret your band name and all I can think about is how people call today’s music (and its tones) „plastic“. How far away is that from the truth?

Oh, the name for the band came from the scrap papers full of suggestions on the bar table. I think someone misread humour suggestion “plastic cones”. Mainstream music may be shittier than ever, but all in all there are large amount of original bands coming out every year all around the world. It takes a bit of investigation to find them out though.

2) What was important to you sound-wise while recording „Wash me with love“?

We didn’t have any specific idea really for the studio. Just brought that certain sound from the rehearsal space. After six days the album turned out to be a bit cleaner than our live sound. Less parts with distorted guitars and rather well produced vocal tracks. It’s great we ended up working with Lauri Eloranta.

3) I think „Wash me with love“ sounds like summer! Is there a specific reason you scheduled it to release in early September?

Well, we recorded the mini-LP on January already. But since nowadays pressing plants are very queued by all kinds of silly and hyped record store days we call ourselves lucky enough to have it released already on September. But luckily due to that we extend the summer like that, snap. Anyhow summer is no season, it’s a state of mind.

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