Songquartett | Mai ’19

Spannende Musik aus DEM Frühlingsmonat. Entdeckt hier u.a. neue Tracks von Cold Reading, Tusks und Silversun Pickups.

Cold Reading – Through the woods, pt. 1

Schublade: Citizen, Kid Dad, mewithoutYou
Cold Reading haben sich etwas vorgenommen. Nach der feinen Emo-EP „Sojourner“ (dreht hier immer noch über den Plattenteller) planen die Schweizer mit der Gabe zu den schönen Melodien nun gleich eine EP-Trilogie. Da will wohl jemand kein klassisches Album aufnehmen. Wie dem auch sei: Das erste Lebenszeichen und eröffnende „Through the woods, pt. 1“ geht das hohe Niveau von „Sojourner“ weiter. Der Song präsentiert sich vielseitig, teils so schnörkellos wie einst „Books & comfort“, dann eher wieder sphärisch. Hier könnte dreigeteilt was richtig Starkes entstehen.

Tusks – Foreign

Schublade: Daughter, Bon Iver
Schon die erste Platte von Tusks ließ es sich nicht nehmen, in bedrohliche, verzweifelte Tiefen abzutauchen. Auch das neue „Foreign“ schlängelt sich diesen Pfad entlang. Lange wühlt der Song im Dunklen rum, erinnert fast an einen Score und lässt auch im Soundbild den schönen, letzten Daughter-Soundtrack aufblitzen. Toll auch wie im verstörenden Refrain die angezerrten E-Drums brutscheln und messerscharf die nachdenkliche Strophe in die Ecke verweisen. Großartiger Stand-Alone-Track.

Silversun Pickups – It doesn’t matter why

Schublade: Placebo, Portugal. The Man
Nachdem es lange nichts aus dem Hause Silversun Pickups zu hören gab, melden sich die Amerikaner nun mit Albumankündigung und „It doesn’t matter know why“ zurück. Der Vorabsong lässt zeigen, dass die massiven Gitarren der ersten Alben wohl endgültig ihren dezenteren Counterparts gewichen sind. Nach den elektronischen Einflüssen der Vorgänger stehen im neuen Track erstaunlicherweise Streicher im Vordergrund, die sich mehr als zaghaft gegen die anderen Instrumente behaupten. Nicht weltbewegend – mal gucken, was das Album bringt.

Bear’s Den – Laurel Wreath

Schublade: The National, The Slow Show
Stets melancholisch ziehen Bear’s Den weiter durch den Indie-Kosmos. Das ändert sich auch nicht auf „So that you might hear me“, der neuen Scheibe des Duos. Doch selbst wenn es dabei manchmal etwas too much und zu niederschmetternd wird, tun Songs wie das zauberhafte „Laurel Wreath“ immer wieder der Seele gut.

Giant Rooks – King thinking

Schublade: Half Moon Run, Alt-J
Die Giant Rooks auf dem Weg nach ganz oben. Fühlt sich noch wie gestern an, als die damaligen Lausbuben im Vorprogramm der kaum älteren Razz eine selbstgepresste CD nach der anderen gegen Spende verkauft hat. Das Riesenpotential war damals schon zu erkennen und ist jetzt wohl in der breiten Indie-Gesellschaft angekommen. Das Quintett füllt große und größere Clubs, hat aber erstaunlicherweise immer noch kein Album draußen. Neueste Annäherung: Die „Wild stare“ EP, die leider teilweise von der Produktion in die falsche, etwas zu glatte Richtung geht. Die Songs sind aber mal wieder groß, wenn auch weniger ungewöhnlich. Geheimtipp ist das opulente „King thinking“, welches sich nach Alt-J-Beginn zu einer grosen Hymne hocharbeitet.

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