Songquartett | Oktober ’18

Der Herbst kommt, die Winter-Kollektion ist schon überall und auch das Musikbusiness bereitet sich langsam auf die Tour-Monate des Jahres vor. Natürlich kommt aber auch neue Musik raus. Hier findet ihr Tipps aus allen Himmelsrichtungen, u.a. mit Tamino, Benz, Kann Karate, Tiflis Transit und Albert Luxus.

Black Sea Dahu – The core

Schublade: Sophie Hunger, Dillon, Hundreds, Bat For Lashes, Zola Jesus
Was für ein vielseitiger Track. Fast überall Full-Score erzielt diese Woche das atemberaubende „The core“ von Black Sea Dahu. Die Truppe um die Schweizer Sängerin Janine Cathrein packt in über fünf Minuten fulminante Teile aus, die federleicht zwischen atmosphärisch-bedrohlich und intensiv-episch umherswitchen. Hochachtung!

Tamino – Chambers

Schublade: Jeff Buckley, Warhaus, Balthazar, Leonard Cohen, Get Well Soon
Bei Tamino werfen Musikjournalisten schon wieder begeistert mit großen Namen um sich, vor allem aber mit einem. Jeff Buckley sei wiederauferstanden, hört man und nach Hören des traumhaften Debüts „Amir“ kann man das auch fast nachvollziehen. Den düster-traurigen Melodien und einer erschaudernd schönen Instrumentierung mischt der anzügig im Wasser schwimmende junge Mann noch ein bisschen Warhaus-Leonard-Cohen-Melancholie unter. Im fantastischen „Chambers“ wird das perfekt auf die Spitze getrieben. Herbstalbum? Voila!

Benz – The smile

Schublade: Beach House, Coco Rosie, School Of Seven Bells, Cocteau Twins
Mit warmen Synthesizer-Sounds und perfekt gedämpftem Schlagzeug bringt die schwedische Solo-Künstlerin Benz in „The smile“ den perfekten Sound für den Herbst, den Indian Summer. Ach nee, Moment, ist ja noch Sommer. Egal, Benz bereitet trotzdem viel Freude und lässt die Blätter vor den Augen goldfarben werden.

Lanikai – Heavy ghost

Schublade: Imaginary Cities, Avec, Tegan And Sara,  Julia Stone, First Aid Kit
Unter dem Namen Lanikai – in Anlehnung an einen Hawaii-Strand – macht Marti Sabit nun alleine Musik. Die ehemalige Sängerin der schönen Imaginary Cities verschreibt sich auch auf ihrem Album-Vorabtrack „Heavy ghost“ den schönen Melodien und einer angenehmen, leicht wehleidigen Stimmung. Mit E-Piano, einem wurmenden Synthie-Sound und coolem Bass treibt das Stück voran und macht verdammt Lust auf die bald kommende Platte.

Basement – Be here now

Schublade: Citizen, Jimmy Eat World, Turnover, Title Fight, Pianos Become The Teeth, Fiddlehead, Counterparts
Nicht zu verwechseln mit den 90er-Helden von Pavement, inzwischen aber fast genauso bekannt. Mit ihrem schönen Emo-Punk sind Basement auf Fueled by Ramen Label ganz richtig untergekommen und hören auch mit ihrer bereits vierten Platte „Beside myself“ nicht auf, die Ohren zu verzücken. Mit vielen Gitarren, die aber immer herrlich ausgeglichen bleiben schießen die Briten auch hier wieder den Vogel ab und zeigen mit Tracks wie „Be here now“, dass guter Emo nicht unbedingt aus den Staaten kommen muss.

Albert Luxus – Jacuzzi

Schublade: Tomte, Von Wegen Lisbeth, Herrenmagazin, Fertig, Los!, Neufundland, Isolation Berlin
Ist das die neue deutsche Band, die steilgehen wird? Albert Luxus bringen nach zwei englischen Alben und einer ersten EP im neuen Stil Ende November ihr Debütalbum raus und verkürzen die Wartezeit mit dem hübschen „Jacuzzi“. Bisschen Tomte-Melancholie, Von-Wegen-Lisbeth-Lockerheit und Neufundland-Groove – da geht was!

EUT – Don’t you love me

Schublade: Black Honey, Estrons, Honeyblood, Wolf Alice, Dream Wife
Gar nicht so unähnlich zu den Überfliegern Black Honey, dafür aber mit weniger Glitzer-Krimskrams kommen EUT aus den Niederlanden geschossen. Die Band hat gerade ihre Debütscheibe „Fool for the vibes“ veröffentlicht und schwenkt auf dieser zwischen tanzbarem Indie-Pop, punkigeren Stücken und hymnischen Stücken wie „Tygo dex“. Vereint werden diese Elemente im eingängigen „Don’t you love me“ – definitiv eine Reise wert.

Parra For Cuva – Paspatou

Schublade: Klangkarussel, HVOB, Bonobo, Chet Faker
Deep-House auf that new music blog? Tja, Parra For Cuva und sein wunderbares „Paspatou“ ist mal wieder ein wundervolles Beispiel, wieso Genre-Grenzen gar nicht erst existieren sollten oder man sie einfach nicht schließen sollte. Das tolle Instrumentalstück entwickelt über eine sanfte Gitarre und ein tolles Sample verdammt viel Seele und wirkt somit besonders wehleidig und traurig schön.

Kann Karate – Sonne

Schublade: Adolar, Matula, Madsen, Bakkushan, Muff Potter, Isolation Berlin
Mal wieder eine Band, der es hierzulande gelingt, zwei Gitarrenspuren traumhaft miteinander verfließen zu lassen. Kann Karate singen wie so viele über die „Sonne“, erinnern natürlich auch an viele andere Acts, bereiten aber zumindest auf diesem Track auch richtig Spaß. Also wenn man Melancholie als Spaß versteht.

Tiflis Transit – Mosaic

Schublade: Fenster, BadBadNotGood, Unknown Mortal Orchestra, Giant Rooks
Eine sehr schöne Entdeckung aus der Kategorie „sehr unbekannt“. Tiflis Transit fangen gerade erst an so richtig Musik veröffentlichen, ihr smoother Track „Mosaic“ kann sich aber definitiv sehen lassen. Die Band flirtet hier zwischen viel DIY-Pop und lässigen Gitarren mit dem Soul. Klarer Fall für die Kategorie „Im Auge behalten“.

BRTHR – Harder each day

Schublade: J.J. Cale, Americana, Folk
Nette Angelegenheit aus dem Hause BRTHR. Das Stuttgarter Indie-Folk-Duo ruft die Welt auf, ihren Song „Harder each day“ zu covern. Unter allen Einsendunen wird ein Cover auserwählt – der oder die Glücklicke gewinnt eine schicke Akustikgitarre im Wert von 500€. Na, wer hat noch die Lagerfeuer-Klampfe daheim und muss die jetzt unbedingt auspacken?

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